HAUPTORGEL

 
Die Hauptorgel im Fridolinsmünster wurde 1993 durch die Firma Johannes Klais Orgelbau aus Bonn erbaut. Mit 57 Registern und rund 4.000 Pfeifen zählt sie zu den größten Instrumenten der Region. Der Prospekt von 1933 (Schwarz & Sohn) orientiert sich an der Barockorgel aus dem Jahr 1758 und wurde mit wenigen Veränderungen beibehalten.
Klanglich vereint die Orgel Stilelemente des deutschen Barock und der französischen Symphonik. Das zweite Manual (Positiv) sowie das dritte Manual (Récit) sind schwellbar. Die Spielanlage ist mechanisch, die Registeranlage elektrisch gesteuert.
  
Die Bihler-Orgel im Fridolinsmünster 1759–1882
Die Voit-Orgel 1882–1933
Die Schwarz-Orgel 1933–1993
 

DIE ORGELN IM FRIDOLINSMÜNSTER

Adelheid Lang
Orgeln erklangen seit dem Mittelalter im Säckinger Fridolinsmünster. Die Frauen des adligen Damenstiftes waren allem zugetan, was in Mode kam und mit der Pflege der Musik stets auf der Höhe ihrer Zeit.
1430 belegt die Abrechnung mit einem orgellmacher eine Orgel, damals wohl eine Chororgel, denn eine solche war fürs tägliche Stundengebet wichtiger als eine Orgel im Schiff. Chororgeln wurden aus der (heutigen) Schweiz geliefert, als letzte ein ausgesprochenes Modeinstrument, eine liegende Orgel, versteckt hinterm Pfarraltar, wie sie noch in der Stadtkirche Rheinfelden/CH zu sehen und zu hören ist. Die Dispositionen der Orgeln im Schiff sind erhalten: 1580 baut Chrysostomus Lotz aus Freiburg unter Mithilfe Säckinger Handwerker für das renovierte gotische Münster eine Flügelorgel mit vergoldetem Laubwerk und ruckh bossen deyff (Rückpositiv), 1720 fertigt Joseph Schidt aus Laufenburg/CH eine barocke Orgel, den Korpus erstellt Johannes Pfeiffer, der hiesige Schreiner und Erbauer des erhaltenen Hochaltars als Pendant, farblich gleich gefasst von Theodor Sichelbein. Dieses prächtige Werk fällt dem Münsterbrand von 1751 zum Opfer. 1759 steht am selben Platz eine barocke Orgel von Johann Michael Bihler aus Konstanz, welche 1882 einer Voit-Orgel im »byzantinischen Stil« weicht. Im 20. Jahrhundert greift man das barocke Konzept wieder auf: 1933 arbeiten die Gebrüder Mezger/Überlingen für die Firma Schwarz den Bihlerschen Prospekt nach, den 1993 Johannes Klais/Bonn übernimmt für eine mechanische Orgel mit 55 Registern, dazu erstellt er eine Chororgel. Beide Instrumente sind für alte, romantische und moderne Musik gleichermaßen ausgelegt und begeistern alle Gastorganisten.
 
 

DISPOSITION

I HAUPTWERK C–a³
Praestant 16'
Principal 8'
Doppelflöte 8'
Gamba 8'
Gedackt 8'
Octave 4'
Spitzflöte 4'
Quinte 22/3'
Superoctave 2'
Mixtur IV–V 2'
Scharff III–IV 1'
Cornet V 8'
Cor des Alpes 16'
Trompete 8'
Clairon 4'
   
II POSITIV C–a³
Rohrgedackt 16'
Praestant 8'
Suavial 8'
Bourdon 8'
Principal 4'
Rohrflöte 4'
Doublette 2'
Waldflöte 2'
Sesquialter II  
Larigot 11/3'
Sifflet 1'
Fourniture IV  
Trompette 8'
Cromorne 8'
Voix humaine 8'
   
III RÉCIT C–a³
Salicet 16'
Diapason 8'
Flûte harmonique 8'
Salicional 8'
Voix céleste 8'
Flûte octaviante 4'
Fugara 4'
Octavin 2'
Nazard 22/3'
Tierce 13/5'
Plein jeu IV 2'
Basson 16'
Trompette harmonique 8'
Hautbois 8'
Clairon harmonique 4'
   
PEDAL C–g1
Vox balaenae C 64'
Bourdon 32'
Principal 16'
Subbaß 16'
Octavbaß 8'
Gemshorn 8'
Praestant 4'
Jubalflöte 2'
Mixtur V 4'
Tuba 32'
Bombarde 16'
Posaune 8'
Trompette 4'
   
KOPPELN:  
Normalkoppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P
Superoktavkoppel: III/P